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Morgensport: Gesund oder einfach nur ein Mythos?

Eine neue Studie hinterfragt die weit verbreitete Annahme, dass Sport am Morgen besonders gesund ist. Die Ergebnisse zeigen, dass dies nicht immer gilt.

Nico Braun12. Juni 20262 Min. Lesezeit

Das frühe Aufstehen, der Geruch von frischem Gras und der Klang von Vögeln, die in der Dämmerung zwitschern. Für viele ist das der perfekte Rahmen, um den Tag mit einer sportlichen Betätigung zu beginnen. Doch eine aktuelle Studie hat nun die gängige Meinung in Frage gestellt, dass das morgendliche Training besonders gesund sei.

Die Untersuchung, durchgeführt von einer Gruppe von Wissenschaftlern an der Universität Mannheim, umreißt eine neue Perspektive auf den beliebten Morgensport. Pünktlich zum Sonnenaufgang packen Fitnessbegeisterte ihre Sporttaschen und strömen ins Freie, überzeugt davon, dass die frische Morgenluft und die ruhigen Umgebungen ihre körperliche und geistige Gesundheit fördern. Was könnte daran falsch sein?
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Die Studie und ihre unerwarteten Ergebnisse\


Die Forscher testeten über einen Zeitraum von sechs Monaten eine Gruppe von Sportlern, die jeden Morgen joggen gingen, und eine andere Gruppe, die sich für abendliches Training entschied. Die Ergebnisse waren aufschlussreich und, wie man es nicht unbedingt erwarten würde, nicht zu Gunsten der Morgensportler. Es stellte sich heraus, dass die abendlichen Sportler in puncto Fitness und allgemeinem Wohlbefinden besser abschnitten als ihre morgendlichen Kollegen.

Die Erklärung? Es scheint, als würde der Körper in den Abendstunden natürlicher auf körperliche Betätigung reagieren. Die Körpertemperatur ist höher, das Muskelgewebe elastischer, und selbst die Stimmung zeigt sich in einem freundlicheren Licht. Die häufig als „frische“ Morgenluft bezeichnete Atmosphäre könnte auch andere, weniger beunruhigende Eigenschaften haben. Zwar mag dies ein wenig enttäuschend sein für den leidenschaftlichen Morgensportler, der sich auf den vermeintlichen Vorteil der frühmorgendlichen Ertüchtigung verlässt, doch die Forschung ist eindeutig.

Die Wissenschaftler betonen auch, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, dass Morgensport schädlich ist. Vielmehr steht die Frage im Raum, ob die Zugrunde liegende Überzeugung über die Vorteile des Morgensports überdacht werden sollte. Eine differenziertere Betrachtung könnte dazu führen, dass sich mehr Menschen für den Sport zu Zeiten entscheiden, die besser zu ihrem individuellen Lebensstil passen.

Eine gelegentliche Morgeneinheit wird sicher niemandem schaden, doch der Druck, jeden Morgen aktiv zu sein, könnte eher hinderlich als hilfreich sein. Wer überzeugt ist, dass der Sport am Morgen für ihn das Beste ist, wird es schwer haben, seine Meinung zu ändern. Aber vielleicht ist es an der Zeit, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und zu sehen, was abends alles möglich ist.

Die Erkenntnisse dieser Studie könnten auch weitreichende Auswirkungen auf Sportgemeinschaften haben. Die Diskussion darüber, wann die beste Zeit für den Sport ist, könnte wieder neu entfacht werden. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Fitness-Studio-Besitzer und Trainer bald ihre Kurse nach dem Zeitplan der Abendlichen richten. Während die einen sich den Herausforderungen des frühen Morgens stellen, könnten die anderen genüsslich im Büro die Vorzüge eines späteren Trainings auskosten.

In einer Welt, in der Rituale hoch geschätzt werden, könnte sich der Blick auf den idealen Sportzeitpunkt als ebenso flexibel erweisen wie die Sportler selbst. Manchmal braucht es nur einen kleinen Forschungsimpuls, um über den eigenen Schatten zu springen.

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